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Sondernewsletter 17. April 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

unter den geflüchteten Menschen, die nach Sachsen gekommen sind, befinden sich viele junge Menschen ohne ausreichende Allgemeinbildung. Um eine Ausbildung aufnehmen zu können und sich in unsere Gesellschaft zu intgrieren, ist es für sie unerlässlich, diese Bildung nachzuholen.

Bisher gibt es für Geflüchtete über 18 Jahre jedoch nur wenige Möglichkeiten. Für die Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit ist in der Regel ein Kenntnisstand notwendig, der mit einer Bildungslaufbahn von mindestens acht Jahren im deutschen Schulsystem vergleichbar ist – ein Anspruch, den viele der Geflüchteten nicht erfüllen. 

Darum startet der Freistaat Sachsen eine Maßnahme zur besseren beruflichen Vorbereitung von Flüchtlingen über 18 Jahren, die nicht mehr schulpflichtig sind. An der Produktionsschule in Moritzburg habe ich das Projekt heute vorgestellt. Es ist ein wichtiger Baustein für eine gelingende Integration, denn wir ebnen damit den Weg für junge Menschen in den Arbeitsmarkt.

Herzlichst,

Petra Köpping
Staatsministerin für Gleichstellung und Integration 
beim Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz


 
 

Ziel der Maßnahme

Die "Maßnahme zur Herstellung der Ausbildungsreife von Geflüchteten über 18 Jahren" umfasst 18 Monate und wird in Vollzeit durchgeführt. Innerhalb dieser 18 Monate sollen die Teilnehmer eine Ausbildungsreife erhalten. Die Bildungsinhalte der Maßnahme werden mit praktischer Tätigkeit, beispielsweise durch betriebliche Praktika, ergänzt. Die Teilnehmer erhalten nach Abschluss der Maßnahme ein Zertifikat. Im Anschluss soll ein nahtloser Übergang zur Aufnahme einer Ausbildung, einer ausbildungsvorbereitenden Maßnahme oder eines Arbeitsverhältnisses möglich sein.


 

Zielgruppe und Zugangsvoraussetzungen

An der Maßnahme teilnehmen können geflüchtete Menschen, die

  • über 18 Jahre und nicht mehr schulpflichtig sind;
  • einen nachrangigen Zugang zum Arbeitsmarkt haben;
  • über ein Sprachniveau von mindestens A2, bestenfalls B1 verfügen.

Achtung: Der individuelle und rechtliche Arbeitsmarktzugang muss bereits vorhanden sein. In der Maßnahme wird nur der fachliche Zugang gefördert. Der Zugang zur Maßnahme erfolgt über die Bundesagentur für Arbeit. 

Folgende Personengruppen sind von der Maßnahme ausgeschlossen:

  1. Flüchtlinge in den Erstaufnahmeeinrichtungen
  2. Personen mit Aufenthaltsgestattung in den ersten drei Monaten (Beschäftigungsverbot)
  3. Personen aus sicheren Herkunftsländern
  4. Geduldete mit Erwerbstätigkeitsverbot

 

Träger und Umsetzung

Der erste Durchgang soll im September 2018 mit 400 Personen starten. Weitere Durchgänge sollen im April und September 2019 mit jeweils maximal 800 Personen beginnen. Für die Bedarfszahlen wird regelmäßig eine Abfrage bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern durchgeführt. Die Gesamt-Laufzeit ist bis 2021 geplant.

Als Träger für die Maßnahme kommen Einrichtungen in Frage, die bereits in der Vermittlung der schulischen und beruflichen Bildung Erfahrungen gesammelt haben, so etwa Fort- und Weiterbildungsträger, Bildungseinrichtungen der Kammern oder Kompetenzzentren an den Beruflichen Schulzentren. Je Landkreis/kreisfreier Stadt soll es einen ausgewählten Träger geben.


 

Zur finanziellen Ausstattung

Kurzfristig stellt die Staatsregierung für den 1. Durchgang ca. 7,2 Mio. Euro zur Verfügung. Bei voller Auslastung werden bis zu weiteren 28,8 Mio Euro bis 2021 nötig, die im nächsten Doppelhaushalt eingestellt werden müssen.


 

Genauere Informationen zu Fragen der Ausschreibung, Förderung und Teilnahme folgen in etwa vier Wochen.


 

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Impressum: Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, Geschäftsbereich Gleichstellung und Integration, Sebastian Vogel, Leiter des Geschäftsbereichs (V.i.S.d.P.), Postanschrift: Albertstraße 10, 01097 Dresden,
Telefon: 0351 - 56 45 49 10, Telefax: 0351 - 56 45 49 09, pressegi@sms.sachsen.de, www.smgi.sms.sachsen.de

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Titelbild: SMGI